Interviews


Musk Ming interviewed by SubtropicalAsia 

http://subtropicalasia.com/2020/08/11/224601/

Musk Ming interviewed by RADII       

RADII (rā’dē-ī’) is an independent media platform dedicated to understanding and sharing vibrant stories at the core of the world’s most populous nation. Musk Ming is interviewed by  Tomás Pinheiro for RADII: "The Berlin-based Chinese artist and musician makes use of militaristic imagery to create his own ideal of masculine beauty".

radiichina.com/musk-ming-art-army-guys

Musk Ming's Art featured in CNN article about China's image of the 'ideal' man

(26th October 2019, by Steven Jiang)


https://edition.cnn.com/style/article/china-masculinity-intl-hnk/index.html


ModernSky 摩登天空 Magazine Vol.15, November 2018

GO CLUBBING IN BERLIN 去柏林蹦个迪!


Interview with Musk Ming in Chinese magazine "GS" Dec 2014   

咸猪手万岁
文/苏释

麝明的画,从某种程度上来说,延续或者实现了古典文学中的男色想象。这种延续,不是历史地延续,而是美学地延续。尼采说艺术就是人化,那么毋宁说麝明的艺术就是GAY化了。

麝明喜用汉字。文学作为艺术的第一母本,其经常出现在麝明的绘画中。古典文学似乎一向少人问津,像个红暖但寂寥的深闺。于是麝明伸手进去,并非像芬兰的汤姆 那样每每抓起一大包,反而是花,或者是面颊,有时是香气是跳跃而出的刺青。由此可见麝明与汤姆的不同,麝明是文化的,汤姆是情欲的。更甚者,这是东西情色 态度的不同,西人舒放(舒放似乎可以无止境地放下去),东方人呢,“等我晚上仔细同你算账”,那是情色在春帐中。所以西方人的情色是动物性的,东方人是植 物性的。当然这是古典的东方人,现代没有东方人。零零碎碎的几个东方人,像木心口中零零碎碎的耶稣。

麝明一贯说,他对政治其实并不感兴趣。是的,不是他对政治感兴趣,而是我们对政治感兴趣。所以看到他画里的主义们,反而是我们的政治反应要比他激烈。而对一 个时代实施情色想象,其实是“人”的一种复苏。“那个时代给我的感觉很像是,满眼血丝的青春期癔症,四处遍布毁灭性的偏执与狂躁,非常的极端。”在这种遍 布的青春期癔症中,麝明开始替时代和时代的人们脱衣服,——同性恋者的咸猪手?是同性恋者的话语拾取,但无意间,也是让人性的话语失而复得。

麝明的主题是古典的,但手法并不是那么古典的了。他说自己的嘴常跟不上自己的脑,于是经常口吃。这种口吃在他的画上亦有体现,甚至是他的艺术会承担不了他的 构思,因而会萎顿下来。大脑有力是好的,但必须手也能承受脑的负重。甚至是手独自快起来,那么这是创作在指使创作者了。

麝明的画作,取简洁之姿,少就是多。“我自己是宁可留白也不喜说教,希望通过简单的形式,而给观者以足够的想象空间。但另一方面我又极爱强烈饱和的色彩对比,尤其在画布上。一方面节制一方面放纵,也算是两种极端。”空白不是简陋,是观者的位置。

以男色来看古典,则古典满满的春宫意味。以男色来看时代,亦猛觉搞基事关人性男色非同小可。古典也不单是谁的古典,中国梦里也得有同性恋者。不然算什么古典算什么梦呢?

对话麝明

GS: 关于标题呀主题呀甚至画作中汉字的运用,都显示出很浓重的文学属性。所以,你如何解读自己艺术作品中的文学性?
麝明: 我其实内心是很受中国古典文化影响的,当然也一直最迷恋汉字,因其源自象形文字,本身就是远古的抽象图画。记得听过某个艺术理论中说,成功的古典绘画,都 是捕捉和定格了某个事件中最具戏剧高潮的决定性瞬间——这可能也是我潜意识中从最初开始绘画就暗循的标准吧。总是希望能有点类似古典叙事诗般的底子,大概 因此作品里常会体现出一些文学性的元素。

GS: 你最喜欢的画家是?然后你喜欢王小波哪里,又喜欢张爱玲哪里?
麝明: 小时候我比较喜欢写实派的画家,如米开朗基罗和唐寅、甚至前拉斐尔派的东西;不过近年来更喜欢早年的印象派比如莫奈,还有中国的陈洪绶。很奇怪,我虽然自己在画画,但私底下却更关注摄影、雕塑及多媒体方面的东西。
我喜欢王小波的跳跃式想象力与黑色幽默,喜欢张爱玲对人生“参差对照”的幽艳坦呈——张爱玲与王小波的文字是阴阳对比很强烈的两个极端,我个人也是比较喜欢极端的东西。

GS: 男体在传统中与男体在政治中有何异同?
麝明: 其实西方艺术传统中,男体曾占重要地位,后来逐渐在父权社会的大男子异性恋审美主导下而被淡化,近代的政治中所出现的男体也多是被夸张为军权强势的战争符号。当代的男体艺术亦似乎被类同为同性恋亚文化,一直难入主流;涉及政治的男体都往往与暴力相关以掩饰情色意味。

GS: 你的情色是很东方的。不像西式的动物性情色,而是更含蓄的植物性情色。所以你怎样认识东西方的这两种情色态度?
麝明: 东方文化的含蓄,对于感情的态度尤是,也自然延伸到情色态度上。中西文化对比是个大主题,情色文化是反映整体的有趣一角——我个人感觉西方以基督教为底的 文化算来比较年轻,相应对于情色的态度就较血气方刚、如狼似虎,急待所见即所得;而东方以儒释道为底的文化更加古老沉淀,因此对于情色的态度本就内敛矜 持、缠绵悱恻,犹抱琵琶半遮面。

GS: “麝明”二字,似乎不仅是审美,而且也包括哲学。谈谈这个名字吧。
麝明:  说来惭愧,“麝明”其实是直接从英文名Musk Ming翻译回中文的。麝,是一种离群索居的隐居动物,天生缺乏攻击能力,故而胆小敏感,倒是同我性格较近;原本英文中的麝香之意,因为人的嗅觉记忆比视 觉记忆更深刻,麝香本就很接近青春男子的体香,故而当初也是出自中国传统文化意义上的附庸风雅吧。
至于“明”本就是儿时的乳名,我自已很喜欢这个蕴含日月的字,而且英文中由于明朝瓷器的缘故,也使得这个词直接与中国文化相连。

GS: 在西式审美占绝对地位的同志世界中,你对自己的作品(即Musk Boy式审美)有什么期待?
麝明: 中国传统中其实也有着与古希腊相媲美甚至更悠长的同志文化,我的作品中被西方称之所谓的"muskboy式审美",大概也是西式现代文化,对于古老中国传 统同志文化审美所产生的陌生感。记得最初在柏林展出作品时,还有地下乐队以muskboy为名写了首歌,其中将其用以定义某种亚洲男孩的审美特质。如果能 通过我的绘画作品,使中国的传统同志审美重新得到认同,大概可视作某种期待了吧。

GS: 我喜欢你的这种思维,你省略了过程,直接从此到彼,而中间这段路,这所有的联系,是让观者自己来填充的。就是你画作中的简洁,朴素但是富丽。就是那种思维,你表达得很少,而这恰恰有一种你表达得很多的效果。所以你觉得怎样才算是一幅好画?
麝明: 这似乎是中德审美上的相通之处,德国哲学式的严谨使其在艺术审美上追求简洁朴素的“少即为多”,正如“中国画上部严厉的空白”。我自己是宁可留白也不喜说教,希望通过简单的形式,而给观者以足够的想象空间。但另一方面我又极爱强烈饱和的色彩对比,尤其在画布上。一方面节制一方面放纵,也算是两种极端。

GS: 除男性审美外,你在画作中更想表达什么东西?

麝明: 也许艺术家的创作永远有其“历史局限”,我的绘画本来只是一种需要而已,也并没有仅限制自己于男性审美。我在画作中想表达的,大概是其他媒介无法表达的、古典意义上定格的画面感吧;主题往往也是自己跑到脑中的,都无刻意。
从2005在柏林正式绘画创作到现在,我逐渐多了更多的自省,并一直都在尝试不同的可能性,比如雕塑比如数码。我相信中国传统文化及审美的独特价值,希望自己之后的作品能在技法和风格上达到中西文化的相通,寻到内涵与形式的更好融合。


Thomann Videoblog Interview mit Musk Ming

Was bedeutet der Name MUSK MING?
MUSK MING: Das englische Wort “Musk” heißt Moschus und ist ein traditioneller, luxuriöser Duftstoff, der thomann  auch seine Verwendung in der chinesischen Medizin findet. "Ming" ist der von meiner Großmutter genannte Milchname (Kinderkosename), auf chinesisch bedeutet es Helligkeit und Klarheit, so wie die Ming-Dynastie.

Wer ist MUSK MING?
MUSK MING: Ich bin ein chinesischer Künstler und Sänger.

Der aktuelle Clip "I Love U Doobydoo" ist ganz offensichtlich thomann   in Berlin entstanden. Warum hast du deine Heimat verlassen und was hat dich nach Berlin geführt?
MUSK MING: Anfang 2005 bin ich von China nach Berlin gekommen, ich glaube, das Schicksal hat mich nach Berlin geführt :-)

Was gefällt einem Chinesen an Deutschland? Was ist das Besondere für einen Chinesen thomann  an Berlin?
MUSK MING: Mir gefällt das ruhige Leben, die zivilisierten (demokratischen, angenehmen und freundlichen) Leute und die grüne Umwelt an Deutschland. Und Berlin ist für mich eine internationale Stadt mit viel Kunst und Kultur, Multikulti, Freiheit nach allen Seiten.

Wie kamen das Berliner Label LightGeist Records und der Künstler thomann  MUSK MING schließlich zusammen? War das eine typische Berliner Geschichte, das heißt Künstler trifft Künstler in einer total verrauchten Bar morgens um 3:00 oder 4:00 Uhr? Oder auf einer Techno-Party oder Vernissage?
MUSK MING: Ja, wieder eine typische Berliner Geschichte :-) Ich habe seit 2010 eine Galerie und habe thomann  den Musikproduzenten von LightGeist Records auf einer Vernissage in meiner Galerie kennengelernt.

Bisher ist das Label LightGeist noch nicht besonders aufgefallen, aber das kann sich ja noch ändern ;-) Wer verbirgt sich hinter diesem Label und welche Künstler präsentiert das Label noch außer MUSK MING?
MUSK MING: Hinter dem Label thomann  verbirgt sich der Film- und Musikkomponist Nellis du Biel. Seit 2013 präsentiert und fördert LightGeist Records ausschließlich MUSK MING, King Ralph und Lord Läster.

Auf der Website von MUSK MING bezeichnet sich der Artist nicht explizit als Musiker, sondern ganz allgemein als Künstler. Wie sah die Kunst von MUSK MING thomann  vor der Musik aus? Sind damit Videos, Collagen oder andere Formen gemeint? Du hast ja erst 2013 angefangen mit einem Produzenten deine Musik umzusetzen...
MUSK MING: Ich habe seit 2005 angefangen in Berlin erfolgreich Kunst zu kreieren, aber auch immer in der Berliner Musik-Szene mitgelebt… Mit meiner eigenen Musik thomann  habe ich zuerst mit Kunst-Performance und Kunst-Videos angefangen, als auch mit meinem Vocal-Experiment… und dann ab 2013 mit LightGeist Records ein Popmusik-Projekt gestartet.

Mit welcher Hard- und Software wird die Musik von MUSK MING produziert?
MUSK MING: Mac Pro und Logic Pro.

Das aktuelle Video "I Love U Doobydoo" featured Yanyan thomann  Liu. Wer ist sie und wie kam es zu der Kooperation?
MUSK MING: Yanyan Liu ist eine sehr gute Freundin von mir, wir haben uns auch in meiner Galerie kennengelernt. Sie ist eine Komponistin und Tontechnikerin, und ich habe mit ihr zuerst für ein Kunst-Video von mir zusammengearbeitet und thomann  danach weiter andere Musik-Kooperationen gemacht. Zum Beispiel habe ich auch chinesische Lyrics für sie geschrieben.

Ist die Musik von MUSK MING auch in China bekannt? Und wenn ja: wie kommt sie  dort an?
MUSK MING: Da Youtube und Facebook in China blockiert sind, erreicht meine Musik bisher nur thomann  die "Auslandschinesen". Und für China habe ich bisher schon ein paar Lieder auf Chinesisch übersetzt und gesungen (z. B. die erste Version von "I Love U Doobydoo" wurde in Chinesisch aufgenommen, bei Youtube über 10.000 Klicks in kurzer Zeit), in der Zukunft werde ich vielleicht noch mehr machen. thomann  

Und: wie wird deine Musik in Deutschland aufgenommen? Wie kommt dein Sound in Berlin an? Asiatische Künstler haben in ihrer Popmusik traditionellerweise einen Hang zu kitschigen Melodien, zumindest für europäische Ohren…
MUSK MING: Ich glaube, Pop hat immer was mit Kitsch zu tun, weil der meiste Volks-Geschmack etwa kitschig thomann  ist, nur in verschiedenen Formen. So wie Milan Kundera mal geschrieben hat: "Die Verbrüderung aller Menschen dieser Welt wird nur durch den Kitsch zu begründen sein".

Klingt interessant und macht irgendwie Sinn! Und wie klingt deutsche Popmusik in den Ohren eines Chinesen?
MUSK MING: Ich mag gute Musik, und thomann  es gibt immer etwas von Gefühl und Melodien, die für alle Kulturen sprechen. In Berlin leben so viele sehr talentierte Musiker, ich mag es sehr… und weil meine Popmusik_Projekte immer etwas “old school” sind. Neulich habe ich auch die Neue Deutsche Welle für mich entdeckt, und ich finde thomann  die toll!

China ist ein so widersprüchliches Land: großes Wirtschaftswachstum, aber auch eine große Zensur in den Medien, um nur zwei Beispiele zu nennen. Hast du vor, eines Tages in deine Heimat zurückzukehren?
MUSK MING: Momentan ist China für mich zu verrückt und materialistisch, deswegen kann ich in Berlin thomann  viel besser leben und arbeiten. Aber was in der Zukunft passiert kann ich nicht so genau sagen, ich lasse es gerne offen.

Das sind deine fünf Lieblingssongs (Klassiker :-):
MUSK MING: Moby "Porcelain", Tom Waits - "Innocent When You Dream", Sade - "Somebody Already Broke My Heart", Ryuichi Sakamoto - "Forbidden Colours", Nina Simone - "22nd Century”…

www.thomann.de


Musk Ming - chinesische Ästhetik unverhüllt

28.06.2013, von Christof Ruppin
"
The orange Fruit" Kultur und Kunst in China - Trends und Kommentare

In der letzten Woche traf ich den in Berlin lebenden chinesischen Künstler, Designer und Musiker Musk Ming (麝明) in der Galerie Berlin Avantgarde in Schöneberg, in der seine neuesten Werke gerade ausgestellt sind. Dort beant­wortete er mir einige der Fragen zu seiner Entwicklung als Künstler und seinen Bildern.

Sein ungewöhnlicher Künstler­name besteht zum einen aus seinem Kinder­namen  Ming, mit dem er als kleiner Junge von seinen Eltern gerufen wurde, der  so viel wie "hell", "klar" oder auch "einsichtig" bedeutet. Zum anderen aus Moschus, der in China eine sehr positive Konnotation habe, als angenehmer Wohlgeruch, nicht der schwere, herbe Männerduft, als der Moschus hierzulande oft angesehen wird.

In zwei seiner neuesten Bilder, zwei Selbstportraits, verarbeitet er seinen Namen künstlerisch. 

In "Musk" zeigt er sich mit altertümlicher chinesisch-konfuzianischen   Kopf­bedeckung in einem Wald kniend, wie er ein chines­isches  Moschus­tier umgreift. 

In "Ming" sitz Musk Ming im Lotossitz, meditierend inmitten des  Weltalls, mit der Haartracht eines Edlen aus der chinesischen Antike.  Über ihm stehen die Sonne  und der Mond ,   mit deren chinesischen Symbol­tieren, Vogel und Kröte, die seit den   Anfängen der chinesischen Zivilisa­tion Sinnbilder für das Yin und Yang,  die zwei bestimmenden Urkräfte des Kosmos sind, aus denen sich sein  Namenzeichen Ming  zusammensetzt.

Beiden Bildern ist ihre starke Symbolkraft gemeinsam, in der sowohl die   Verbindung zur Natur, als auch die enge Bindung an die kulturelle   Identität seiner Heimat zu Ausdruck kommen. 

Ebenfalls in seiner aktuellen Ausstellung ein Werk, über die Rechte und  Leiden der Frauen in China, Pink Tears, in dessen Mittelpunkt eine  chinesische Frau sitzt, an deren rechter Wange eine pinke Träne  herunterließt. Sie greift sich an den Ausschnitt und versucht ihn  aufzuziehen, als ob sie nicht genug Luft bekäme. Das chinesischen Cheongsam (Qipao 旗袍) hier in modernem Stil, ist das Inbild der Xiaojie (小姐), der kleinen-großen Schwester, wie auch heute noch Fräulein genannt werden. Mit  dieser einstmaligen Bezeichnung für junge Frauen aus besserer   Gesellschaft, werden heute Kellnerinnen von älteren Männern unflätig   gerufen und in manchen Landesteilen von China sogar leichte Damen   bezeichnet. Ein Symbol für die Unterdrückung der Frau. Zugleich sind   aber die Füße entblößt, die im vormodernen China oft gebunden waren.   Goldenen Lotus nannte man in China diese "Jadefüße", die es Frauen   unmöglich machten normal zu gehen. Und die Auswicklung der Füße war die erste Befreiungsaktion der Emanzipatoren im China des frühen 20.   Jahrhunderts. Es sind in diesem Bild sowohl Symbole der Unterdrückung   als auch der Befreiung zu finden, was die Lage der Frauen in China sehr gut beschreibt. Denn in China haben die Frauen ihre Abhängigkeit von   Mann und Familie eingetauscht, gegen eine Abhängigkeit von Staat und   Gesellschaft, wie es Li Xiaojiang sagt, die Grand Dame der chinesischen Frauenwissenschaft.   Das besonders raffinierte an diesen drei Bildern ist die   Dreidimensionalität, die Umkehr von Vorder- und Hintergrund, die nur am Original zu sehen ist. Der scheinbare Hintergrund ist auf der   Deckscheibe und nur durch eine Aussparung ist das zentrale Element des   Bilder zu sehen. 

Musk Ming stellt in einigen seiner Werke nackte Körper in den Mittelpunkt, häufig von jungen Männern. Für Ming ist das weniger Erotik, als die Entkleidung des Menschen, die Zurückführung in seine natürliche Form, ohne die Attribute der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Klasse oder politischer Ausrichtung, hinter denen sich viele Menschen versteckten. 

Sein Bild Fanglang xinghai 放浪形骸,   was in etwa zügellos bedeutet, zeigt einen nackten jungen Mann frontal in einer lasziven  Pose, hinter Sinnbildern der Stadt Berlin, der seine Geschlechtsteile  mit der Hand verdeckt und nur eine Uniformmütze der chinesischen Volksbefreiungs­armee trägt, ein Element, dass häufiger in seinen Bilder zu finden ist. Ich fragte Ming, ob dies möglicherweise eine Spitze gegen die Prüderie der chinesischen Politik und Gesellschaftsideologie sei, in der die Armee eine wichtige, wenn nicht entscheidende Rolle spielt. Ming sagte mir, er sei eher unpolitisch und es sei nicht sein Ziel gewesen, zu kritisieren. Vielmehr habe sein Vater im  Militär gedient und er selbst sei in den Familienunterkünften einer Kaserne  aufgewachsen. Für ihn sei die Verwendung der Uniformmütze eher eine Art von Kindheitsverarbeitung.  Das Bild ist aber auch ein Symbol für die fast ungeahnte Freiheit, die  eine Stadt wie Berlin für einen jungen Menschen aus der VR China bietet.  Deutschland ist für Musk Ming ein angenehmer Wohnort, an dem er viele  seiner künstlerischen Ziele verwirklichen kann. Aber er liebt China und  möchte, sobald es die politischen Zustände ermöglichen, wieder dort  leben und arbeiten. 

Besonders aufmerksam wurde ich auf sein Bild "Das Kapital" aus der Reihe  "Kult, Aberglaube & Das Kapital" von 2012, in dem er die Köpfe kommunistischer Idole, Marx, Engels, Lenin, Stalin und Mao, mit denen  jedes Schulkind in China aufwächst, auf nackte muskulöse Männer­körper setzt, die in verschiedenen Posen vor einer Wand aus  Geld­scheinen ver­schiedener Wäh­rungen stehen. Meine erster Gedanke war die  Entblößung des Kommun­ismus, im China von heute, in dem die Staatsdoktrin des Kommunismus und Sozialismus beständig als attraktives Modell vor dem Hintergrund des Geldes stehen, welches das wirkliche  Leben regiert. Meine zweite Deutung war genau das Gegenteil, dass vor  dem Hintergrund der Macht und der Korrumpierung des Geldes, wie sie in den letzten Jahren zu beobachten war, der Kommunismus in seiner ursprünglichen Form wieder  attraktiv wird. Interessant sind auch die graduellen Abstufungen an Bartwuchs und Muskulosität.

In der aktuellen Ausstellung finden sich noch weitere Werke verschiedener Maltechniken, die Musk Mings breites Schaffen zeigen.

Siegessäule.de / 10.6.2012

Musk Ming in der Galerie Berlin Avantgarde       

Das legendäre Neue Schauspielhaus am Nollendofplatz, in dem 1914-1923 die Tiller-Girls der verruchten Hallerrevue tanzten und Erwin Piscator sein bahnbrechendes Bühnensystem erfand, hatte einst riesige Ausmaße, es reichte bis zur Nollendorfstraße. Der Theatersaal wurde zerbombt, Eingang und Konzertsaal kennen wir als Goya, was aber auch noch steht, ist die Rückseite des Gebäudekomplexes, in dem die hauseigenen Restaurants untergebracht waren.

Seit 2010 betreiben in diesen lichtdurchfluteten denkmalgeschützten Räumen Jürgen Noack und Musk Ming das Berlin Avangarde. Die Galerie schlägt eine Bresche für junge internationale Künstler, die noch nicht so bekannt sind und sie integriert Design & Fashion in ihr Programm. So sehen wir neben den neuen Werken von Musk Ming auch erschwingliche Unikate von aufregenden DesignerInnen wie Jörg Pfefferkorn, Anna Lucja Wojtczak oder von dem Label Lasalina. 

Musk Ming, der durch den subversiven Einsatz eines maoistischen Illustrationsstils bekannt wurde, visualisiert in seiner am 8.6. startenden Einzelausstellung „Kult, Aberglaube & Das Kapital“ erstmals den Einfluss Berlins und erweitert stilistisch und inhaltlich massiv sein Repertoire.

Anhand von einfühlsamen Porträts, die über Herkunft, Kontext und Träume der Dargestellten Aufschluss geben, berichtet der Künstler über seine persönliche Auseinandersetzung mit Philosophie, Religion und Politik. „In China hörte ich immer, dass alle Religionen Aberglaube sind. Aber seit ich in Berlin bin, kann ich frei denken und mir ansehen, was die Menschen hier glauben und mit was sie sich verbunden fühlen.“

So sitzt dann auch Chantal als Königin der Nacht, einem MGM-Hollywoodstar nicht unähnlich, genüsslich rauchend auf der Mondsichel am Sternenhimmel (siehe Foto). Henning von Berg steht nackt, doch angetan mit Helm, Schwert und Schild, vor einer Burg, denn er stammt aus einem alten Rittergeschlecht und Master Ye, ein Jogameister, schwebt entrückt lächelnd in einem monochromen Nirwana.

Neben Malerei sehen wir Digitales, Skulpturen und auch eine Videoarbeit, in der der Künstler ein chinesisches Gedicht neu interpretiert.

Lena Braun

 


Interview by The Art of Man - Fifth Edition / Summer 2011

The Art of Man…is  a fine arts quarterly journal that seeks to bring balance to a genre of  art that overwhelmingly favors the female figure. Every edition  includes an historical reference, gallery interview, tips on collecting  fine art, a directory of nearly 150 artists, and in-depth interviews  with 5 artists that are courageous enough to focus on the male figure as  a significant portion of their portfolio. 

Abridgement from the interview:       

"Musk Ming was born in China, since 2005 the young Chinese artist has lived and worked in Berlin...
...
AOM: Why would you focus on the male figure when it would be shunned in China?
MM: I criticize the lack of personal freedom and cultural/artistic expression granted to the Chinese LGTB community. My work connects western influences and a return to Taoist values as a tolerant alternative...
...
AOM: What issues have you encountered by choosing the male figure as your subject?
MM: During the 2008 Olympic Games in Beijing, one work of mine was selected by the jury of the official exhibition “Olympics Fine Arts 2008”. I was also invited to attend the opening ceremony in Beijing. But as I was in Beijing, shortly before the opening of the exhibition...
...
AOM: What was your first exhibition like?
MM: My very first exhibition was actually an online exhibition in China, and the very first physical exhibition was in 2005 after I moved to Berlin...
...
AOM: Do you remember your first art sale?
MM: When I was in school, some classmates used to give me their favorite things as payment for a drawing, it was better than selling for money and I was very happy about that.
...
AOM: Any hopes for the future?
MM: I just hope in the near future China could become as tolerant and multicultural as in the city I'm living now. I love Berlin! ..."

www.theartofman.net


South China Moring Post - postmagazine interview

June, 2010, Hongkong  

Long-distance call

Musk Ming talks to Shirley Lau about making homosexual art, hiding it from his parents and finding freedom in Germany. 

As far as his parents, who live in northern China, are concerned, Musk Ming is an art gallery worker somewhere in Europe - they aren’t aware their 31-year-old son is an up-and-coming artist in Berlin, Germany. Ming does not use his real name and is coy with his parents about his life abroad for two reasons: he is a homosexual and he specializes in gay art.

“Being gay is too much to be accepted in mainland China. My parents may accept it but the people around them won’t and my parents may get upset,” says Ming, who left for Europe five years ago.

His work, characterized by nude male figures wrapped up in Mao-era imagery, has a flamboyant quality that contrasts with its soft-spoken creator. Ming grew up as an obedient and book-loving child who wore thick glasses and stammered. Yet along with a deferential demeanour he possessed an urge to break free. He found his freedom in Berlin, where he has come out of the closet and develops art that would be frowned upon in his homeland.

“In China, you have to be the same as others and I was considered weird. Here, I can do what I want without worrying what other people think. The emphasis is on individuality. I’ve been told not to be reserved but be crazier – and I thought I was already crazy,” he says.

Ming had wanted to go to an art college in the mainland but his civil-servant father made him do a degree in computing instead. His first job was as a graphic designer, which he enjoyed. Yet life remained unsatisfactory, partly because he had to hide his homosexuality from everyone except a couple of close friends. Then he befriended a German man online, who is now his partner, and his life changed.

In 2003, he visited the friend in Berlin and took a shine to the city.

“Coming from China, where everywhere is full of people, I found Berlin quiet, green and spacious. The Germans were straightforward and spoke their mind. I liked all that.”       

In 2005, he revisited Berlin to study graphic design and gradually carved out a niche for himself, creating gay Asian art, through which he expresses a “longing for an open-minded, gay-, bisexual-, lesbian- and transgender-friendly China”. His creations have been shown in some 30 exhibitions, five of them solo, in Germany, Holland, Spain and Thailand.

In 2008, he was to display a painting at the Olympic Fine Arts exhibition in Beijing – but the authorities removed the piece shortly before the opening, claiming the male figures in the picture were too scantily clad.

“I expect China to be more open to homosexuality. Yet each time I return, I am disappointed,” Ming says.

He hopes to live in China again, “when things improve”, simply because it is home. As for his parents, Ming intends to spill the beans to them one day.

“They should be liberal enough to take the truth but I’m procrastinating – for as long as I can,” he says.

( postmagazine, June 13, 2010)

2010年6月在南華晨報周末刊上的訪問(漢譯版)
一個多月前有篇我的簡短訪談登在了香港老牌的英文報紙《南華晨報》的周末特刊裡,上周回到柏林後,在堆積的信件中找到了遠遠寄來的樣本,忙打開讀了。當天采訪時照了很多照片,題照則單挑選了其中最花俏的一張。翻譯過程中因特殊原因略去了一些個人信息及比較敏感的內容,減去的鋒芒可詳見英文原版(South China Morning Post/Post Magazine。 June 13, 2010)。

遠程對話(Long-distance call)

麝明遠在中國的親友們大多並不知曉,他其實是德國柏林一名新近崛起的藝術家。明之所以采用化名的原因有二:他是一名同志,並且他的藝術以同志為主題。
明在歐洲居住已有五年,他的作品以毛時代標志下的男子人體為特色,其艷麗的風格和其柔和的創造者形成參差對比。成長期的明曾是個書呆子式的乖順少年,戴著厚重的近視鏡而且靦腆口吃。但在他謙遜羞怯的外表下,卻燃燒著自我解放的不安向往。他在柏林找到了自己的自由,伴隨著出櫃發,也展出自己那使其祖國為之蹙眉的獨特藝術。
“在中國注重集體的環境裡,每個人都試圖和別人保持一樣,所以我與眾不同的想法總是被視為怪異。而在柏林,我可以不必再顧慮旁人眼光地展示真我,這邊的環境是尊崇個性的。以前我總覺得自己太過瘋狂,但歐洲的人們總對我說要再放開點,更瘋狂才好。”
高中畢業前,明曾想到中國的藝術院校深造,但在家人的反對下,他最後考取了電子專業。他的第一份工作是平面設計師,雖然也與藝術相關,但他對於充滿束縛的生活依然不滿,部分也是由於他被迫要隱藏自己的同志身份。後來他的生活因互聯網絡而改變。
2003年他初次造訪柏林,作了短暫停留。
“來自處處喧鬧人滿為患的中國,柏林給我的印像是平靜、綠色和閑適,德國人直來直去的性格也很投我的脾氣。”
之後2005年他再次來到柏林,開始進修平面設計,同時也逐漸嘗試尋找自我位置並發展風格獨特的同志藝術,表達其“對於更加寬容開通、對LGBT平等友好的中國的向往”。他的作品先後參加了在德國、荷蘭、西班牙及泰國等超過三十個的畫展,其中有五個為個人畫展。
2008年北京奧運會期間,他的畫作被選中參加官方美術展會,但於開展前幾天的審核中被以格調不高為由臨時撤下。
“我盼望中國在同志方面的環境可以很快有所改善,但每次回國都還是一再感到失望。”
他希望未來能有機會回到祖國居住,當“有朝一日一切都變好時”,只因他對自己文化根源的深愛。

2010年夏


"The sweet world of Muskming!" Interview by "QuuerTrash" blog-zine

June 2009

A lair of beautiful chinese men…the sweet smell of floral perfumes…smooth elegant bodies lie around a bed draped with traditional decor….Is this heaven you ask? If it’s not, it’s pretty damn close! This is the world of Musk Ming!

(Following is our past interview with the artist Musk Ming)

1.Tell us what a ‘muskboy’ is all about.
It’s all about China, the land where I come from(even though I’ve lived and worked in Berlin for several years).
The word “musk” (“She Xiang” in Chinese) is a luxurious perfume and traditional Chinese medicine.
And a “muskboy” is the boy-beauty in my ancient Chinese gay eyes. It may be quite different than the western taste, but the difference makes the world interesting.

2.What medium do you usually work in?
I do Chinese traditional watercolor, I do pen-drawing with Indian ink, I do Acrylic and oil, and I even do digital art with vector graphics software…my art is still “enveloping”, I like to try different medium and possibilites.

3.What type of music would a muskboy be listening to at any given moment?
For me music is kind of like the cuisine, I don’t limit myself by choosing only particular type of music.
What I like to listen to should be something creative, something dramatic or interestingly crazy, something mixing the old and new, something extremely sad or something with a sense of humor …

4.You say your pictures are like poems and stories wandering through a world of erotic art…what is your favorite personal written story/poem/or author?
Yes, actually I write too, but until now only in Chinese.
There were also many gay stories in the classical Chinese literature, I hope someday they could be translated.
My favorite authors are Gabriel García Márquez, Wang Xiaobo and Eileen Chang.

5.If one of your ‘muskboys’ were to come to life what would be the first thing you would find them doing?
It could be like all the boys in the ancient China, they playing Guqin(a plucked seven-string Chinese traditional musical instrument), Weiqi (a traditional Chinese strategic board game), doing Chinese calligraphy, writing and reading poems, singing songs or even the Chinese opera, even though it might sound not so erotic for today.

6.Where can someone buy a muskboy for themselves?
In Berlin you could contact to an agency named “Agency Yorckberlin”, and in Netherlands the gallery “Mooiman”…
But you could also directly write to me through my homepage (“muskming.com” or “muskboy.com”), on my homepage there’s all the information about my upcoming exhibitions.

7. Any personal messages you’d like to share with our blog readers?
Thank you, dear readers!
However you like my art or not, I just want to let people know that there’s some different kind of culture and taste of gay beauty. And the most important is, as I’ve always been trying, to remind the world (include China), what a splendid gay history and tradition China used to have.

2009年6月在“酷兒垃圾”部落格的訪談(漢譯版)
2009年六月時接受了網友“酷兒垃圾”(queertrash.com)的網上訪談,最近剛好有時間就翻譯了一下,下面是翻譯後的訪談中文版:

 Musk Ming的甜美世界

一窠俊美的中國男子……飄渺氛氳的蘭麝芳馥……滑膩風雅的肌體橫陳於覆滿亞洲古飾的床榻之上……這是否就是你要的天堂?如果不是,至少TMD差不太多了!這就是Musk Ming的世界!
(Q:queer trash, M:Musk Ming)

Q:告訴我們一個典型的muskboy都是關於什麼?
M:一切都是關於中國,我出身的故土(即使我已生活和工作在柏林多年)。“musk” 的中文原名是麝香,一種名貴香料和中藥材。而 “muskboy”本來是“麝香公子”的拙劣譯法,漸漸則指代了中國古典審美中的美少年,其標准也許與西方現代口味大異,但正是差異使我們的地球豐富有趣。

Q: 你創作適用的是怎樣的工具和材質?
M:我使用中國傳統畫的技法和毛筆水彩,我也用筆尖和亞洲墨汁繪素描作品,我當然還會用西方的油畫及丙烯畫顏料與畫布畫板,此外我甚至使用電腦的矢量繪圖軟體創作數碼作品……我的藝術尚處在“發展中”,我喜歡嘗試不同的材料、技法和新的可能性。

Q:一個典型的muskboy隨時所聽的會是那種類型的音樂?
M:對我而言,音樂就好像美食,我不會把自己限制在某種固定保守的味覺裡,而喜歡嘗試不同的新口味。我喜歡的音樂應該是有創意的、戲劇性的或瘋狂有趣的、傳統與摩登混合的、極端憂郁的或理解幽默感的……

Q:你說過你的畫作如同游走於情色幻境中的詩歌與文學……你個人最欣賞的詩人/作家是誰?
M:是的,事實上我自己在繪畫之余也一直寫作,不過到目前為止只是用母語漢字。
在中國古典文學中其實也有很多同性愛的故事,我希望有朝一日它們可被翻譯介紹給全世界。
我個人欣賞的作家是賈西亞馬奎斯(Gabriel Garcia Marquez)、王小波和張愛玲。

Q:如果某個你畫中的muskboy可以變活,你將會看到他做些什麼?
M:我想他會如同所有古代中國的公子們,撫琴、對弈、揮毫、吟詩、唱詞,雖然這些對於現代人的眼光來說,已毫不再有性感的味道。

Q:你有什麼對我們部落格的讀者想說的話嗎?
M:感謝一閱,親愛的讀者!無論您是否欣賞我的藝術,我只是試圖向大家展示,在同志口味中亦有不同的文化視角。最主要的,也是我一直努力的,就是想讓我們的世界認識到中國曾經美好的斷袖文化與傳統。


MUSKBOY(Musk Ming) “Erotic Revolution” - Solo Exhibition in Bangkok

Curated by Detlev F.Neufert
EXHIBITION: 21st December 2008 to 18th January 2009
Opening: 21st December 2008 7pm -10pm

THE CURATOR

Artists have no nationality. Their home is the global art village where amazing creativity, alternative ways of thinking, and provocative ideas come alive.

An artist is an artist.

Their job is to develop emotion and understand the secrets of humanity.

Through its various forms, art unravels our conceptions: colors we never have seen before in a painting, new combinations of forms and materials in sculpture and architecture, unexpected rhythms and melodies in music, mind opening scenes in theatre and films, and words that touch the bottom of our souls in poetry.

Art also functions as a tool for social justice. Artists force a society to confront its injustice and exploitation, and on the other side restore dignity to its downtrodden and often forgotten victims.

Artists are the builders of the future not its destroyers. What today is avant-garde tomorrow is common cultural heritage. Does anyone question Picasso’s vision today? And yet what a scandal he and his friends ignited when they first showed their cubistic creations! They foresaw the catastrophes of the Second World War and expressed it on canvas. They were true artists who embraced the pain of being misunderstood and accepted going hungry or even death in order to speak truth to power.

Some people will never understand why art exists. Maybe one day they will find that something is lacking from their existence. In the best cases they then start to patronize art, as the Rockefellers and Guggenheims did. In the worst case they censor and burn the art – this often includes the artists, like the Nazis did just a few generations ago under Hitler. Maybe you know that he tried to be an artist himself and failed.

There are still some Hitler devils on this planet. Big ones and smaller ones. Their aim is the same: greed. Greed for power and greed for money. Just take a look at your daily newspaper.

The reception and reaction art provokes is a good indicator of how civilized a country and its leaders are.

But it is not always the big scandal, the new and difficult creations that open our eyes and enjoy widespread media attention. Not everyone is a Damian Hirst, sometimes what moves us occurs in small niches from an artist who simply wants to express his view of beauty and Eros. This includes not invoking common tricks like a gargantuan-size canvas or a planned provocation to install his name into art magazines and museum directors’ telephone books.

“MUSKBOY” from Berlin is such an example. His art is humble, enriches your home, and is erotic in the best way: you feel the sweetness of the young and eternal God, ‘Eros’ who toys with us nearly everyday, seduces us, sometimes drives us crazy and always finds a new way to attract our attention. His business partner is ‘sex’ but this one is miles away from his master’s brilliance. It is a kind easy to get, especially when you have enough money in your pocket, but one quickly forgotten after you’ve paid him.

When we talk about MUSKBOY’s paintings we are at once one with Eros. Eros, the God of Greek mythology who knows no gender, no hate, no frontiers, no races and no sin. He loves to play with our deepest desires, smiles about our natural lust and enjoys our “oh’s” and “ah’s” when we fall in his wonderful traps.

Eros is MUSKBOY’s best teacher. Eros must love his pictures: beautiful adolescent boys and girls portrayed in a lucid but nevertheless clear and realistic way. Innocent bodies but not hiding their erotic truth in gestures and posing.

MUSKBOY was born in China. Love brought him to Berlin and love made him go away from his nation and culture. Being gay, he could not accept the suppressing and hateful reproaches of his native countrymen. He refused to live in hiding, among people intolerant of the way he was naturally. He said good-bye to his home, but not without peril. In Berlin he found himself in another culture where he even had to learn the language from the beginning. We as citizens of liberal-minded and democratic nations – well, we should not forget how long it took Westerners to set the framework for democracy (albeit shaky ones) and how much blood was sacrificed to provide basic freedoms for its citizens.

When I met MUSKYBOY for the first time in a Berlin café at the opening of some of his graphic works of Asian faces I immediately felt his sweetness and true character. He is not a made-up personality, provocateur, or attitude artist who uses art as an excuse for a bohemian life style.

Since meeting MUSKBOY I have enjoyed watching his work grow and become more disciplined as he develops his skills in different forms and materials. He grows slowly with Asian patience and the steady will to embody humans with the beauty he sees in us. He is not afraid of using decorative symbols or illustrating motives. His use of Maoist and Chinese traditional symbols and writings are his subtle way of inspiring an “EROTIC REVOLUTION”.

MUSKBOY has shown his art in Europe and America without any problems. He was officially invited to show his work at the OLYMPIC GAMES 2008 in BEJING. One day before the opening his pictures were censored by the Chinese Government.

MU MU is honored to show the forbidden work of ‘MUSKBOY’ in Bangkok. And we are sure you will enjoy it..

Detlev F. Neufert


2008年12月曼谷畫展的宣傳介紹(漢譯版)

去年年底在泰國曼谷的畫展開幕前,好友Detlev F. Neufert特意為畫展寫了篇美文相助,讓我很是感動。他本人兼為作家和導演的身份,故而文中靈感躍動,很多細節和好處我都無法翻譯過來,很遺憾。當然翻譯過程中也略去了部分敏感的文字。盡管如此,還是要多謝他對我的褒獎鼓勵,每每讀時都依然受寵若驚,自己也唯有繼續努力,希望有朝一日真的可以達到他所描述的境界。

寫在"情色革命"前——關於中國同志藝術家MUSKBOY在曼谷的個人畫展
原文作者:Detlev F. Neufert

藝術家沒有國界。

藝術——這個充滿神奇創造、另類思維和爭議靈感的地球村,是他們共同的家園。
一位藝術家以藝術為家。
他們的工作是發展情感和探解人類的隱秘。
藝術家通過各異的形式,明晰了我們的概念:一幅畫中我們從未見過的色彩,雕塑與建築中形式與材質的創新結合,音樂中令人驚喜的音調節奏,劇場和電影中啟迪意識的場面,詩歌中直觸心靈的辭句。
藝術同時也是社會正義的工具。藝術家們迫使一個社會直面它的不公與強霸,而那些被欺侮且通常被遺忘的犧牲者們,在藝術中恢復了他們的尊嚴。
藝術家們是未來的建造者而非破壞者。今日不被理解的先鋒,將是明天尋常的文化遺產——現在還有人質疑畢加索的藝術嗎?即使當年,他和他的同代藝術家們向世人首次展示他們的立體派創作時,得到過的是怎樣的詆毀辱蔑!他們預見了二戰的災變並將其表現在了畫布之上。他們是真正的藝術家,他們承受著被世人誤解的苦痛,並且因為抵抗強權和申訴真相而遭受著飢餓甚至死亡的厄運。

有些人永無法真正理解,藝術為何存在。也許某天,他們會發現生活中似乎缺少了些什麼與靈性相關的東西。接著,最好的情形是,他們開始支持和贊助藝術,比如洛克菲勒和古根海姆們所做的;而最壞的情形則是,他們開始查禁和焚毀藝術——往往連藝術家一起,比如幾代前在希特勒權控下的納粹所做的。如大家所知,希特勒自己早年曾試圖成為藝術家而未遂。

在我們這個星球上依然存在著像希特勒之流的魔頭。或大或小的。他們的企圖是相同的:貪婪。對權力和對金錢的貪婪。對此我們只需翻翻每天的報紙就能找到無數例證。

被藝術激怒和對藝術接納的程度,正是一個國家和它的當權者文明程度的標識。

新的引起爭議的創造,並非總面臨著巨大的侮毀和排擠,在現今社會,它們通過傳媒而引起大眾的注意,藝術其實拓寬了我們的眼界。

當然並不是每個藝術家都需成為達米恩赫斯特(Damian Hirst) 那樣驚世駭俗,有時感動我們的僅發生在小小的範圍裡,一個藝術家只是簡單地試圖用他與眾不同的視角,表現出對美與愛的理解。這並不包括那些庸俗的把戲,比如利用巨幅誇張的畫布或事先預謀的挑釁來嘩眾取寵,只為了使其名字能擠入藝術雜志和博物館館長的電話簿裡。

來自柏林的MUSKBOY就是這樣一個例子。他的藝術是謙遜不張揚的,使屋室生輝,並且是情色的最高等級:我們可以感受到永恆青春的愛神厄洛斯(Eros)的魔力,他幾乎每天戲弄著我們,挑逗著我們,甚或使我們痴狂,而他永遠有新的方法另我們著迷。情欲是他的伙伴與僕從,卻與其主人的光芒相差千裡。情欲是容易獲得的,尤其當你口袋裡有足夠的鈔票時。但隨著與情欲的交易結束,一切便煙消雲散。

當我們欣賞MUSKBOY的畫作時,我們立時已站於厄洛斯的身前。厄洛斯,希腊神話中的愛神,他不論性別、沒有仇恨、跨遍疆界、超越種族、天真無邪。他喜歡玩味人心最深處的欲望,對我們天然的渴望發出微笑,欣賞著我們落入他圈套中時那沉醉的吟呻。

厄洛斯是MUSKBOY的導師。厄洛斯應會喜愛他的畫:花季的男子和女子被描繪得明媚光明,然而又真實清澈。毫無矯揉造作的純真身肢,閃耀著情愛的真理。

MUSKBOY出生和成長於中國,愛的命運引領他離開祖國而來到遙遠的都會柏林。
當我最初和他在柏林的一家咖啡館遇面時,在他充滿東方情調的畫作背後,我隨即便感受到了他那溫和質樸的性格。他同我以往所認識的那些裝腔作勢和放浪不羈的藝術家們不同,他顯然不是將藝術作為一種波希米亞式生活的借口。

自從認識他以後,我欣喜地觀望著他的作品經過了不斷成長與磨煉,他的技法於各種形式與素材中益發成熟。他以其亞洲式的耐力和堅定漸進發展著,將他眼中的美,付形之於紙與畫布之上。他不忌怕使用艷麗的裝飾圖案與題材。毛主義和中國傳統的元素微妙地成為了他獨特的“情色革命”。


Kunstkritik von Heinz Wallisch (Kulturtempel)

Noch ein Wochenende Olympia-Fotokunst zusammen mit chinesischen Bildern in Galerie Mooiman, Groningen (NL)

Donnerstag, 18. September 2008

Großes Interesse
Da unser Beitrag vom 1. Juno auf dieser Seite — über die vier zeitgenössischen niederländischen Fotografen, die zusammen in einer Ausstellung in der Galerie MooiMan, Groningen, vorgestellt wurden, — erstaunlicherweise nach der Ausstellungsperiode, noch öfter angefordert worden ist als während jener Zeit — und somit nach sehr kurzer Zeit an zweiter Stelle unserer Top 25 gelandet ist, scheint es angebracht, hier und heute darauf hinzuweisen dass es am kommenden Wochenende, Freitag 19., Samstag 20. und Sonntag 21. September in derselben Galerie in Groningen noch Gelegenheit gibt die Ausstellung From China to China zu besuchen. Da werden jetzt Arbeiten zweier Künstler — einerseits von Ewoud Broeksma, einem international hochangesehenen Fotografen, und mit ihm Kunstwerke vom jungen, in Berlin lebenden chinesischen Künstler Muskboy, vorgestellt.
Anlass zu dieser Ausstellung war die internationale, hoch kommerzielle, Manifestation in Beijing, die als Olympische Spiele 2008 gehandelt wird.

Muskboy
Da das Galerie-Ehepaar — Jan van Stralen und Sandro Kortekaas — sich in diesem Fall nicht mit ausschließlich niederländischen Beiträgen für diese Ausstellung zufrieden geben wollte, haben die beiden gesucht und sind in Berlin fündig geworden. Dort lebt der junge chinesische Künstler Muskboy, der ursprünglich als einer der ganz wenigen Künstlern während der Olympischen Spiele ins Rampenlicht treten sollte. Doch seiner heikelen Thematik wegen hat man dort auf seine Mitarbeit verzichtet. Für uns im Westen, die wir in Sachen Erotik und Sexualität inzwischen viel weiter fortgeschrittenen sind als diktatorial geführte Staaten, ist sowas jedoch schon längst keine Besonderheit mehr.
In dem was der junge Chinese mit großem Potential bietet, ist noch nicht alles ausgereift: er kann viel und die Bilder lassen auch keinen Zweifel zu im Bezug auf die Thematik. Das Homoerotische in den meisten ausgestellten Arbeiten liegt auf der Hand.

Sein Bild Love at first sight zeigt zwar das Geischt eines jungen Mannes, jedoch ohne jegliche Begleitfigur, die die Atmophäre hätte mitgestalten können, doch der Blick des Jungen zeigt genau das was Guy Hockenghem das homosexuelle Verlangen nennt und beschrieben hat in seinem 1973 erstmals erschienenen Buch mit diesem Titel, das handelt von der männlichen Homosexualität in Europa.

Profilierung
Obwohl die beiden jungen Männer von In the Navy im Ansatz etwas von den übermäßig bekannten Zeichnungen von einem gewissen Tom of Finland vorzeigen, hat Muskboy es nicht nötig sich mit überproportionierten, in ungereimte Perversität steigernden Geschlechtsteilen — und genau dadurch äußerst ausladenden Zeichnungen — zu profilieren. Was er dagegen noch braucht ist eine Vertiefung der Persönlichkeitsaspekte seiner Subjekte, denn die sind im Moment noch zu wenig ausgearbeitet.

Selbstverstándlich hat es damit zu tun dass Muskboy alllzu sehr in einem Korsett eingeschnürt gewesen ist, doch er sollte auch noch die Überreste dieser ihm aufgedrängten Einschränkungen ad acta legen.
Sowas ist jedoch manchmal ein Wagnis das man nicht ohne weiteres einzugehen vermag. Dennoch ist es immer ein Versuch wert, da man nur gewinnen und niemals verlieren kann. Und das, so wird sich absolut herausstellen, wird dann auch nicht nur eine befreiende Wirkung mit sich bringen, sondern sogar die Erlösung, welche tief im Inneren allzu sehr eingschränkt existiert. Denn erst dann wird sich auch die Pfirsichblüte im chinesischen Fundament dieses Muskboy erst richtig und aufs Ganze entfalten können.

2008年8月荷蘭畫展的藝術評論(漢譯節選版)
去年夏天在荷蘭格羅寧根的同志畫展開幕上,結識了文藝評論家“kulturtempel”。後來收到了他觀看畫展後的評論,還特意發出了德語版本,很是感謝他的支持。後來曼谷畫展的宣傳文章因為是更熟的朋友,難免盡說些捧場的話,我翻譯時自覺很有王婆賣瓜的嫌疑;而相比之下,這篇早前的評論就客觀平實了很多。當時得他指點到自己藝術中的不足,曾很有知音的感覺,實在非常敬重他。在翻譯文章時為了避嫌,略去了關於另一位攝影師的介紹部分,還有比較敏感的段落也一並略去。

寫在奧林匹亞攝影藝術與中國繪畫在荷蘭畫廊的最後一個周末前
作者:kulturtempel

九月間,格羅寧根的Galerie MooiMan畫廊的新畫展“從中國到中國”繼續進行著,這次的畫展由兩位藝術家聯手——荷蘭享有國際聲望的著名攝影師Ewoud Broeksma和年輕的居住於柏林的中國藝術家Muskboy(Musk Ming)。
畫展的主題自然是緣於經濟突飛中的北京和今年即將在那裡舉辦的夏季奧林匹克運動會。
因為畫廊的一對主人Jan van Stralen與Sandro Kortekaas,對於僅僅展出荷蘭藝術家的作品不夠滿意,直到他們在柏林找到了生活在那裡的年輕藝術家Muskboy(Musk Ming)。這位年輕的畫家因受邀參加北京奧運期間的藝術交流活動而受到特別的關注。
這位中國畫家顯然具有巨大潛力,他的獨特題材與精細技法都是毋庸置疑的,但目前為止他的藝術風格還尚未完全成熟。他的藝術屬於同志情色而有所延伸。他的墨水素描“幽草”只是簡單地描繪了一張青年的臉部,卻營造出某種曖昧的氛圍,而青年的眼神,正絕好地表達了法國作家和酷兒理論創始人居伊霍康蓋姆(Guy Hockenghem)以他1973年出版的書名“同愛渴望(das homosexuelle Verlangen)”而定義的情愫,該書就是以歐洲男同為主題。
雖然在另一張名為“海軍”畫中,兩名年輕男子初看時會令人聯想到超著名的芬蘭湯姆(Tom of Finland)的素描畫,但Muskboy卻無需將芬蘭湯姆風格進行到底,比如湯姆比例誇張到幾乎變態地步的男根狂想。Muskboy所需要進步的是,將他筆下的人物性格進行更深入的潤色,因為目前的作品在這方面表現得仍比較僵化。當然這也是他尚被太多的條條框框和定律所局限的關系,那些曾被強加的種種束縛在他頭腦中依然殘留,他實在是應該盡快從這些桎梏中解脫出來。
這種思想上的解放雖然不無風險,但確然值得一試,因為無論如何我們從中得到的自由將遠多於我們所失去的。並且在最後我們得到的不只是簡單的思想自由,還將會是精神上的徹底解脫。當他經歷過這一階段後,這朵養在Muskboy中國根基上的“桃花”將終會盛開綻放。